Rehkitzrettung
Ich durfte an mehreren Tagen bei Rettungen von Rehkitzen dabei sein und diese in Bildern festhalten.
Die Ricken (weibliche Rehe) gebähren Ende Mai, Anfang Juni junge Rehe, sog. Kitze. Diese legen Sie ins hohe Gras ab. Die Ricke kommt ca. alle zwei Stunden, um das Kitz (oder bei Zwillingen, die Kitze) zu säugen. Die Ricke hält sich wegen dem Geruch meist nicht länger bei Ihrem Kitz auf, um nicht Jäger, z.B. den Fuchs, auf die Kitze aufmerksam zu machen.
Die ersten ca. 10 Tage haben die Kitze keinen Fluchtinstinkt, verlassen sich ganz auf Ihre Deckung und machen sich bei Gefahr so klein als möglich. Erst nach ca. 10 Tagen setzt der Fluchtinstinkt ein.
Ende Mai, Anfang Juni wird von den Landwirten meist Silogras gemäht. Ende Juni dann Heu. Das Mähen von Silage und Heu fällt in die Zeit, in der die Kitze Schutz suchend im Gras liegen. Bleiben Sie liegen, bedeutet dies leider den Tod durch das Mähwerk.
Jäger und fleißige Helfe, z.B. Drohnenpiloten*innen, versuchen die Kitze zu retten. Mit Hilfe einer Wärmebildkamera an der Drohne werden meist in den frühen Morgenstunden Felder, die gemäht werden sollen, systematisch abgesucht. Zeigt die Wärmebildkamera ein Kitz (oder Zwillinge, die in der Nähe liegen) an, geht(en) ein oder zwei Jäger los, um das Kitz (die Kitze) mit Handschuhen an der Hand einzufangen. Dazu muss Funkkontakt mit der Person an der Drohne bestehen, weil die Kitze im hohen Gras praktisch unsichtbar sind. Hat der Fluchtinstinkt schon eingesetzt, springt es im letzten Moment auf. Das Kitz wird aus der Wiese "gedrückt", es flüchtet in den Wald. Wenn sofort gemäht wird, werden aufgenommene Kitze innerhalb des Waldrandes abgelegt, oder, wenn sich die Mahd noch etwas verzögert, weil der Landwirt noch ein anderes Grundstück mäht, in einem Jutesack untergebracht und am Waldrand abgelegt. Unmittelbar nach der Mahd (max. ca. 2 Std. später) wird das Kitz wieder freigelassen. Meist geschieht dies unter Beobachtung der Ricke, die sich üblicherweise ganz in der Nähe aufhält. Die Ricke legt das Kitz(e) dann an einer anderen Stelle wieder ab. Das Kitz ist gerettet.
Ich konnte miterleben, wie die Jäger und freiwilligen Helfer mit Hilfe der Drohnen mit Wärmebildkameras die Wiesen sehr genau und systematisch abfliegen. Es wird ehrenamtlich sehr viel Zeit aufgewendet, um den Kitzen den Tod im Mähwerk zu ersparen. Dafür gilt Ihnen mein Dank und Respekt.
Die Bildstrecke zeigt eine typische Wiese, das abgleichen von Grundstücken, die Flugrouten, das aufspüren mit Hilfe von Funk, das aufnehmen, das ablegen im Wald bis hin zum freilassen der Kitze.














